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Mittwoch, 17. April 2019

Stimmen in der Nacht

Wenn die Wünsche, verschobene Träume, vor Jahren in Ketten gelegt
nun erneut Ihre Flügel entfalten, als Freiheit die Fesseln zerschlägt,
werden Wunden wie wildestes Wasser, das Schluchten in Felsen sich gräbt,
in die Seele, den Körper geschnitten, der trotz des Verlustes noch lebt.

Vielleicht kann ich nicht mehr nach vorne, vielleicht gibt es längst kein zurück,
stumm umklammere ich meine Beine in Sehnsucht nach Nähe und Glück
jener Tage, die damals gemeinsam - zuletzt noch zusammen beweint -
wir verbrachten in Liebe und Freude, in Zuversicht einstmals vereint.

Vergeblich Versuch ich zu lassen, ein Hoffen, dass mir genug Zeit
die Erlösung weit fort jener Grenze von diesen zwei Welten bereit'.
Und die Stille, die sich um mich faltet, verhüllt mich in kälteste Nacht,
die mit ihren verderbenden Schwingen den Zweifel ins Zimmer gebracht.

Doch ich will nicht, erwehre mich gegen Gedanken und kämpfe und lehne
mich auf gegen Trauer und Schmerz, unterdrücke gekonnt eine Träne,
die spräche von all den Gefühlen. Ich leg mich zur Ruhe allein.
Hör' die Stimmen vom Kissen her flüstern... und die Dunkelheit holt mich ein.

Samstag, 14. Februar 2015

Zwei

Wo die Wellen rauschen,
Wo die Möwe singt,
Wo Salz die Luft 
und nass das Meer 
den Sand durchdringt

Will ich immer liegen,
will ich ewig sein,
will halten dich
und freue mich,
denn du bist mein. 

Wenn der Tag verschattet,
wenn das Licht versteckt,
wenn so die Nacht
ganz leise sacht
uns zugedeckt,

dann sind Welten zeitlos 
dann sind wir, du weißt,
dann sind du und ich
und ich und du,
wie meist,

Eins. 

© M. Reinhart 2015

Freitag, 8. August 2014

Nichts überstürzen

Lieber bleibe ich alleine
für den Augenblick im hier,
mit der Chance, dass du und ich,
dann einst das wir, mit dir und mir.

Lieber warte ich ein Leben,
wenn auch Zeit mir so verrinnt,
als dass ich diese Chance versäume
und die Träume Schäume sind.

Lieber lass‘ ich dir die Ruhe,
denn ich weiß ich habe Zeit,
als dass wir am Ende merken
es war gut, doch wir noch nicht bereit.

© M. Reinhart 2014

Donnerstag, 10. Juli 2014

Was willst du?

Sprich doch, sprich doch, sag mir alles,
schau mich an und ich bleib still,
weil ich dir deine Lasten nehmen
und nicht meine geben will.

Das beißende schlechte Gewissen
schnappt nach meinen kleinen Händen,
die sich, halb noch widerwillig,
deinen glühend‘ Wangen zuwenden.
Deine Lippen ziert ein Schmunzeln,
deine Augen seh‘ ich lachen,
doch: zurückgedrängte Tränen
sind‘s, die sie so funkelnd machen
.

Wie und wo siehst du hier Tränen?
Nichts gibt mir den Grund dazu,
denn hier bin ich, das Herz schlägt sachte,
und so nah bei mir bist du.

Ehrlichkeit, sagst du, ist wichtig,
trotzdem lügst‘ mir ins Gesicht.
„Alles gut!“, hör ich dich schreien,
doch hör‘ auch, wie dein Herz zerbricht.
Nichts ist „gut“; „gut“ wird’s nie sein –
nicht hier und jetzt, nicht du und ich.
Doch weiß ich vielleicht, was du meinst:
Das „Gute“ wollen wir beide nicht.

In hundert traurigen Gedichten
hast das Unglück du beweint,
das dich so oft und ohne Nachsicht
in der Liebe hat ereilt.
Und doch: Nun bist du wieder hier,
die Sackgasse als Heim erwählt.
Im Unglück fühlst du dich zuhause;
Du fühlst dich leer, wenn dich nichts quält.

Deshalb sind wir hier zusammen:
Lieber Leid, als nichts zu fühlen.
Lieber ausweglose Liebe
als vollständig auszukühlen.

Und wie praktisch sind die Schmerzen!
Strafen uns direkt dafür:
für die unmoralisch‘ Herzen –
und geläutert küssen wir.

Erklär‘ mir nicht mein Déjà-vu,
das ist mir eigens längst bekannt,
was willst du jetzt, hier: meine Finger,
ich hab sie mir zuvor verbrannt,
und sehr wohl, ja, es ist mir klar,
doch Hoffnung ist so wunderbar,
was willst du jetzt, nachdem was war,
wir küssten uns, du warst mir nah‘,
und nun, nun gehst du einfach fort?...
Oder missverstehe ich dein Wort?

Du leidest wenn du bei mir bist?
Du weißt, dass mich das tödlich trifft.
Trotz Gewissen ich hingegen,
möchte mich stets zu dir legen,
nicht in Leid, welch' Seitenhiebe.
Wenn dann wäre es in Liebe...

kursive Strophen © Anonymer Autor
restliche Strophen © M. Reinhart 2014

Sonntag, 15. Juni 2014

Déjà-vu

Ich bin Kraftlos.
Doch meine Gedanken reden mich gegen die Wand.
Bitte bringe sie zum Schweigen
und vielleicht bin ich dann bald
in deiner Kälte verbrannt.

Ich war hier zuvor.
And‘rer Name, and‘re Lage, stehe stumm und schau zu.
Ich wollt‘ dich nicht verlieren!
Aber so weit weg warst nur du.

Und du wählst den Weg,
damals wie heute ein
Gefängnis der Seele im Wandel, dem gewohnten,
Freundschaft im Verborgenen, nicht ganz,
ein wenig weniger ist mehr, weil wir Grenzen verschonten.

Einst gewusst,
doch
längst vergessen und verdrängt,
mein Verdruss,
ein Lächeln längst verschenkt.

Zu schwach verliebt,
so war das Ende unser Dinge und es war
mein Teil am Glück.
Doch mit
Sehnsucht aus der Ferne
kam der Friede lange Zeiten nicht zurück.

Ich hatt‘ für meine
Liebe Lüge leben müssen und es hat mich sehr erbost,
kein Glauben schenkten mir die Leute,
und ich Tölpel blieb auch noch…
vergessenslos

Es ging sehr lange so.
Ach,
Mach ruhig, passt schon! Solange mir von dir nichts bliebe!
Ich und du, wir, werd‘ vergessen,
so er dacht’ und irgendwann war es
ein Jahr nach Liebe.

Von Verdrängung nach Hause,
Noch immer nicht. Immer noch etwas von dir.
Und jetzt bin ich verwirrt,
alles anders, nicht du sondern du, nur bitte,
bleib doch du bei mir

© M. Reinhart 2014

Donnerstag, 22. Mai 2014

Ein blindes Herz

Ich wusste nicht erst als du gingst, dass ich dich liebe.
Wusste nicht erst als du gingst, dass ich etwas verliere.
Wusste nicht erst als du gingst, dass’s mich schon lange quälte.
Wusste nicht erst als du gingst, dass mir jetzt etwas fehlte.
Wusste nicht erst als du gingst, dass hätte ich beschwört,
dass diese Zeit der Zweisamkeit mich nach und nach zerstört.

Ich sah es klar, der Tag rückt nah, mein Geist hat es erschlossen,
doch mein Herz hat liebesblind Geborgenheit genossen.
Wir in Trän‘, war abzuseh‘n, kein Stopp aus voller Fahrt,
nur wie tief der Schnitt verlief, hatt‘ ich noch nicht gewahrt.

© M. Reinhart 2014

Dienstag, 20. Mai 2014

Ein letzter Traum

Letztens war in einem kalten Traum,
wo niemand mir zu meiner Seite stand,
nur ich allein im trüben Dämmern kaum,
die Zeit verschenkt, die mich ans Leben band.

Lag allein im Dunkeln, wach im Schlaf,
nie Ruhe und Genesen, stets im Lauf,
nur ich allein im trüben Dämmern traf
für mich Entscheidung „wache auf!“.

Muss es böses Träumen ohne Rast
wohl sein, ein letzter Hauch der einsam schwer,
nur ich allein im trüben Dämmern fast,
mich längst in Depression gebracht, nicht mehr.

Ja, nichts weiter, das es ist, nun schau!
Dumpf gedämpft das Morgenlicht im Staub,
nur ich allein im trüben Dämmern, grau
sind Mauern, um mich her ist welkes Laub.

Bin nicht klar, das soll es sein, nein, Traum!
Es ist der Traum der mich gefangen nahm,
liege stumm mit Blick zum Totenbaum,
ach, Tod, der unlängst früh mich holen kam.

Wirbelwind, der braune Blätter mit
der Leichtigkeit verweht, wie Staub und Sand,
Gevatter Tod, der mir den Holzsarg schnitt,
und Mutter Erde, die mir letztlich reicht die Hand.

Dann ein Licht, die warme Sonn‘ in Pracht
erfüllt den Platz, erhellt mein kaltes Grab,
spielend ziehen Wolken fliehend ihrer Macht,
wo blauer Himmel Träumen Räume gab.

Hier werd‘ ich nun bleiben immerdar,
geborgen hält mich, wie ganz sanft bedacht,
der hölzern‘ Sarg und droben hält die Schar
aus Sonne, Mond und Sternen für mich Wacht.

Oh, wohin bin ich denn jetzt erwacht?
Es klamm und kalt bedrängt mich mein
die Daunendecke, um mich dunkle Nacht,
noch nicht ein Stern und auch kein Mondenschein.

Keine warmen Arme die mich lieblich
halten in dem Schreck der Einsamkeit,
nicht wie im Traum, im Leben suche ich vergeblich,
er zeigt den Weg, ich muss nun geh’n,
mein Traum, er werde Wirklichkeit!

© M. Reinhart 2014

Montag, 28. April 2014

Nimmermehr

Das Messer in der Brust,
hab nie gewusst
was „Schluss“
für mich bedeuten muss.

Noch nie war ich so sehr
und nicht so schwer
Verdruss
ihm zum Verzehr.

So litt‘ ich hoch Verlust,
es gibt mir Frust,
war ich einst dein Begehr,
doch nun, ach, nimmermehr.

© M. Reinhart 2014

Sonntag, 20. April 2014

Ein Ende

Der Abend zieht,
das Leben flieht,
möcht‘ die Gedanken meiden.
Ich denk‘ an dich
und schmerzt es mich
auch wenn wir einfach schreiben.

Sollt‘ ganz egal,
ich weiß, auch Qual
war mir das mit uns beiden,
doch gönn‘ dir nichts,
ich will, nur bricht’s,
dein Spaß, er lässt mich leiden.

Warum nicht mehr?
Es scheint nicht fair,
du siehst das Messer schneiden!
Zuerst gewetzt,
dann nicht zerfetzt,
um langsam auszuweiden.

Du nicht die Spur,
kein Schmerz und nur
wie schaffst du nicht zu treiben?
Ich bin verwirrt,
mein Kopf er schwirrt,
Ich kann dich bloß beneiden.

So ist die Zeit
Vergangenheit.
Die Liebe musste scheiden.
Das was von mir,
das was von dir,
von uns – es darf nicht bleiben.

© M. Reinhart 2014

Montag, 7. April 2014

Auf der Suche nach Lethe

Nur Dunkelheit.
Doch mein Herz ist dort,
wo deine Augen wachen,
wo dein Haar weht und
himmlisch gleich in unentwegtem tanzen
deine Stimme erklingt.

Nie war ich ferner von mir,
als war ich so fern von dir.

„Nie mehr!“, spricht es:
„Nie mehr!“.
Nie mehr die Blicke kreuzen,
nie mehr deine zarte Hand halten,
deinen Atem spüren und dein Herz fühlen.
Nie mehr.

Und nie mehr wird die Sonne ihre Bahnen ziehen,
noch der Mond am Himmel stehen,
weder Meer die Wogen glätten,
noch Wald zur letzten Ruhe betten,
ohn‘ dass meine Fußspur schimmert
in den Mooren aus Lethe in die ich zu stürzen mich suche.

Das letzte Dach hoch über meinem schwachen Haupte
ist gewebt bloß aus Trauer,
verflochten mit Schmerzen
und gebunden an die Pfeiler aus Liebe,
die ich mit meinen eigenen blutigen Händen schuf.

Ein letztes Mal in deine Augen sehen,
tief versinken in den Abgrund aus Hoffnungslosigkeit,
ein letzter Kuss,
dann diese Welt verlassen,
das kühle Nass der Lethe, endlich gefunden,
freudig die Hände vom Blute befreit, heben,
trinken, taumeln, fallen, sinken
und den Styx hinab ins Schattenreich treiben.

Alles vergessen.
Mich vergessen.
Dich vergessen.

© M. Reinhart 2014

Mittwoch, 2. April 2014

Schmerz

Schmerz erfährt was Klinge teilt,
durchfährt das Fleisch was Sinne heilt.
Mit Blut wie Tinte an den Wänden,
noch mit Messer in den Händen,
Schnitt und Stich, so mal’ ich dich
und mit dem Bild verblute ich.

© M. Reinhart 2014

Stille der Nacht

Wenn unbarmherzig kalt
die dunkle Nacht
mit drückend‘ Stille
mich zu quälen tracht‘,

flieht fort mein müder Geist,
der einsam wacht,
zu einer Zeit zurück
als du mir Glück gebracht.

In warmen Sonnenschein
die Welt gestellt,
wo mir dein Lächeln galt,
das nun zu Tränen fällt.

Ich liege stumm in Dunkelheit
und will zu dir ins Licht,
es schmerzt, die Zeit kommt nicht zurück,
ich liebe und mein Herz zerbricht.

© M. Reinhart 2014

Samstag, 15. März 2014

Bis aufs Blut

Ungeliebt und ungeachtet,
abgetan und unbetrachtet,
stumm verschmäht und fast verachtet,
ausgenutzt und dann geschlachtet.

Partnerschaft in meinem Glauben,
noch mit Liebe in den Augen,
dacht‘ ich mir es anders musst
als dein Gewinn und mein Verlust.

Ich gebe und du nimmst behänd,
du zögerst nur, weil du verdeckst,
dass dein Gier ganz vorne ständ,
genau das ist was du bezweckst.

Die Beziehung ist verweht,
weil nur dein Wohl im Zentrum steht,
was ich mir wünsche wird verschmäht,
ich warte, doch es ist zu spät.

Was ich tu um noch zu hoffen,
nähre uns mit Liebesglut,
so werd‘ ich abermals getroffen,
zahle es mit Seelenblut.

© M. Reinhart 2014

Samstag, 21. Dezember 2013

Enttäuscht und verachtet

Nimm mein Herz und drück es aus,
so quetsche alle Liebe raus,
gib nichts zurück,
der Körper zuckt
und dann noch ins Gesicht gespuckt.

© M. Reinhart 2013

Donnerstag, 29. August 2013

Gewissen und Angst

Adrenalin rauscht, spüre meinen Puls im Hals,
weit, weiter rennen, nicht bleiben,
Stillstand jagt, eine Jagd und am Ende, falls
und nur falls sind wir beiden,

immer noch hier, wir zwei, Treue,
schreibe schneller, alle Eile drückt gegen die Vernunft,
will mich ausdrücken, alles Sagen,
mit allen Künsten der wörtlichen Zunft
umschreiben und auch meinen Missmut klagen.

Doch nein, falsch verstanden, Hast bringt Fehler,
bringt Hektik und diese zu verleugnen – ein Trampel,
nein, nicht richtig, noch schmäler
wird das Band und ich hampel.

Siehst du es?! Mir ist warm, sehr warm, Kopfschmerzen vor Aufregung,
alles ganz falsch, alles anders, nicht gewollt,
hatte doch nur einen Akt der Auflehnung
gewagt und dann ein Schuss, ein Knall der mir golt,

und du nicht hier, nicht nah, sogar sehr weit.
Ich gefühlt im Sterben… denn mit dir im Streit.

© M. Reinhart 2013

Samstag, 24. August 2013

Ich bin dein

Tag um Tag wächst meine Sehnsucht,
Tag um Tag frisst es mich auf,
Tag um Tag vergeht die Nähe,
nimmt das Zweifeln seinen Lauf.

Nacht für Nacht in Fantasien,
Nacht für Nacht mit dir im Traum,
Nacht für Nacht verbleib ich einsam,
wäscht ihn Wirklichkeit wie Schaum.

Und ich harre, und ich warte,
und ich fühl‘ mich so allein,
und ich denk‘ an dich und hoffe,
weil ich liebe. Ich bin dein.

© M. Reinhart 2013

Sonntag, 18. August 2013

Ich liebe die Liebe, aber dich wirklich

Worte, Worte, Redefluss,
ich rede mich um Kopf und Kragen,
weißt du es nicht, dann weiß es Gott,
kann ich die Last ertragen?

Fort, im Zwiespalt, will vergessen,
leider gibt die Fantasie
mir nichts als Fragen, sag‘ und spreche,
nur die Antwort gibt sie nie.

Die gäbest du, will dich Umarmen,
doch mich nicht zum Deppen machen,
dein Gewissen sei getrübt?
Dann fragt mich, wer wird länger wachen?

Wer wird, wenn der Wunsch zu groß,
weil strebt nach Harmonie,
zu dir vor deinem Fenster stehen,
nein, oh nein, so wärst du nie.

Doch ich, doch ich, ich liebe dich,
und kann es nicht ertragen,
„Du bist ein Narr, was denkst du dir“,
das hör‘ ich dich schon sagen.

Stell es dar, als wäre es
von dir aus nicht so wichtig,
Es war meine Art zu scherzen, Schatz!
Sarkasmus, lies ihn richtig.

Sei nicht gemein, denn bist nicht du,
nicht du es, die verbissen,
verdreht was du mir angehängt,
macht‘ ich dir schlecht‘ Gewissen,

tust nun du es! Sieh mich an,
es zerrt mir an der Seele,
ich bin nicht dir ein Untertan
und hör nicht auf Befehle!

-

Und bin es doch, sieh‘ diese Zeilen,
die Frust und Trauer rissen,
hab‘ Angst vor dem Verlust von dir
und schlechtestes Gewissen.

Ich liebe die Liebe, aber dich wirklich.

© M. Reinhart 2013

Donnerstag, 13. Juni 2013

Mein Herz im Sturm

Wo Himmel selbst in tiefen Wolken,
Regen wäscht Gesichter aus,
wo matt das Glas und hin zum Grund
blickt jeder Mensch, die Lichter aus.

Die Sonne fort, nicht hell, nicht scheinend,
gellend springt ein Blitz umher,
Herr Donner tanzt und grollend ganz
vergeht die Welt im Regenmeer.

Wo Düsternis der Winternacht
entfacht den Lauf der Depression,
hält Einzug in den Sommertag,
besiegt, verstummt der Vogelton.

Der Baum, er ficht, der Traum zerbricht,
er stürzt im Sturm, Gewitterlicht,
verbrennt, verlischt, wie Meeresgischt
wird blad der schwarze Ruß verwischt.

Dort, wo all die Dunkelheit
dem Mensch samt Mut gleich letztes Hoffen
nimmt, dass nimmer er mehr freut,
steh‘ ich, vom Wüten unbetroffen.

Der Regen warm, der Wind ist schwach,
der Donner fern, der Träumer wach,
nicht Traumwelt, sondern ganz real,
der Sturm ist deshalb ganz egal.

In meinem Ohr klingt nur dein Wort,
ein Blitz verblasst, denn du bist Licht,
dem Höllenzweifel trotze ich
mit einem Lächeln im Gesicht.

Und mein Herz hält deine Hände
lass dich fallen, denn du weißt,
wo meine Arme offen halten,
dass diese Heimat Liebe heißt.

© M. Reinhart 2013

Dienstag, 11. Juni 2013

Frustration der Aufopferung

Du wiedersprichst und nicht nur mir,
dem du zu lieben sagst.
Vergisst, dass ich stets spring zu dir,
wenn, ach, egal was du mir klagst.

Lediglich, wenn gebe ich
dir einen Wunsch in leichten Schleiern,
geht es nicht, du tätest dich
verbiegen doch bedauern,

geht es nicht, ich sähe nicht,
es zwingen dich, müsst wissen,
Zwänge groß, du willst so gern
und ich macht schlecht‘ Gewissen!

Ich der böse, sprichst du mir,
der Scherz um Scherz ertragen,
der springt wie wild, weil er dich liebt,
er will es dir gern sagen:

Fies! So fies, es trifft manch‘ Scherz
ihn tief der Seele drinnen
und zeigt er Unmut wird versucht
mit Kuss ihn umzustimmen.

Verlangt er solche Opfer?
Erbittet er so viel?
Dass du ihn lässt und tust als ob er
überreagiert, verliert sein Ziel?

Die Seele schreibt, weil sie noch schreit
und morgen wird vergessen sein,
weil er dich liebt und immer liebt
und immer bleibt er dein.

Weil ich dich lieb‘ und immer lieb‘
und immer bleib‘ ich dein.

© M. Reinhart 2013

Mittwoch, 1. Mai 2013

Kein off’nes Buch

Dass es mich zerreißt
wenn du fort bist,
du, die sagt, du weißt,
was ich denke,
frag‘ ich mich erkennst
du die Schmerzen
ignoriert verbrennst
du die Liebe
und ich stehe da
ungelesen
bin dir nah,
doch vergebens
scheinbar nicht genug
um zu sehen
und wenn ich dich frug
willst du gehen.

© M. Reinhart 2013