Mittwoch, 7. August 2019

Bis nur die Freundschaft bleibt

Die Sonne warm bescheint den Weg,
ich gehe leise, singend her,
der Tag er neigt und silbern steigt
die Nacht mit ihrem Sternenmeer.

Ich blicke hoch zum dunkelblauen
flackernd schreitend Firmament,
ein Feuer facht in Funkenpracht,
das mehr mein Herz aus ... liebe kennt.

Starr wir Eis - schnitt -
kalter Schweiß - schnitt -
Gedankenkreis - schnitt -

Ah, Sommerabende wie diese
sollten hundert Stunden lang
und nie vergeht, wenn sich nicht dreht,
was leider nicht geschehen kann.

So halt‘ ich inne, leg mich nieder,
dämmerlichtgetränkte Welt,
sich glücklich fand, nehm‘ deine Hand
die plötzlich mir zu... Staub zerfällt.

Herz verrannt - schnitt -
Schmerz verbrannt - schnitt -
Jetzt erkannt - schnitt -

Wo erstes glimmen einer Sonne
Vögel sanft aus Träumen weckt,
Lieg‘ ich, kaum wach, vom Blätterdach
vor Licht und Morgentau versteckt.

...

Wo erstes Blenden einer Sonne
Vögel aus den Träumen stieß,
lag ich die Nacht zur Gänze wach,
weil ich die Bilder kommen ließ.

Jedes Lächeln will ich sehen, hören, fühlen, spüren. -schnitt-
Will, dass du mich siehst wie ich dich sehe. -schnitt-
Jeder Atem, den ich für dich nehme. -schnitt-
Und mit jedem neuen -schnitt- Schnitt, der mich ein Stück davon befreit,
noch ein wenig tiefer -schnitt- greift als je zuvor
und endlich nur die Freundschaft mit dir bleibt. -schnitt-
Will, dass ich dich sehe wie du mich,
bevor ein letzter -schnitt- Schnitt ...
mir den dunklen -schnitt- Schnitter doch noch zeigt.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Noch immer

Du hast mich damals verloren und der Schmerz brennt,
haben uns zu Recht getrennt.

Ich wüsste nicht wie es je wieder heilen sollte,
selbst wenn ich dich wollte.

Melancholie oder bis hin zur Depression,
wer kennt den Unterschied schon.

Denn die Tage sind kurz und die Nacht lang,
ich lass das Licht für dich an.

Warte du könntest zurück zu mir ins Bett kommen,
doch hab dir den Schlüssel genommen.

Sonntag, 23. Juni 2019

Schierlingsbecher

Ich trinke einen ersten Schluck vom Becher,
der in schwarzen Samt gehüllt die Tage meines Lebens trägt.
Die Hände halten fest den kalten roten
Trank der mich vergessen lässt, welch‘ Stunde mir das Leben schlägt.

Es rinnt in meiner rauen Kehle dieser
Strom der Zeiten still und leise abwärts in den dunklen Schlund,
wo Licht verliert und Warm gewinnt, zersetzt,
verletzt, gesetzt zum zweiten Schluck den heil‘gen Becher an den Mund.

Ein paar der Tropfen fliehen fahlen Lippen,
stürzen etliche Momente brennend längs dem bleichen Kinn.
Gleich meiner Tränen wische ich sie weg,
sie kosten nichts, doch Zahl ich hohen Preis, wie Laubschnitt fall‘n sie hin.

Geschenk des Lebens, Zeit ihr Name, rot
die Farbe, flüssig Heiligtum dem Becher anbeginne eigen,
mir gegeben alles auszukosten,
gierig schwindet zwischen Zähnen schlingend dieses Becherneigen

dritten Schluckes frischer Lebenssaft.
Mit einem Zug der Kelch er leert, der Körper nährt, doch Dolchstoß fährt
ins junge Herz und in die Seele nieder,
bricht ein Stück und nimmt die Kraft, mit viertem Trunk nun fast geleert.

Vermisst du mich, wenn ich gegangen bin?
Und fehlst du mir, wenn ich des Bechers Boden endlich glänzen sähe?
Oder ist die Ruhe endlos, wenn
Gefühle, die ich hatte, ihrer Herkunft ungewiss, verschmähe?

Zweifel trinkt den letzten Schluck in Tränen,
leg den Becher ab mit kalter Hand und lächle müd und fahl.
Das Herz verstummt, bekannte Kund, der Tod
zieht endlich einen Schnitt und nimmt die Zeit, die ich ihm damals stahl.

Montag, 27. Mai 2019

Eine Wunde für mich

Seit nun getrennt dacht ich wir sind
in beider Einsamkeit zerflossen,
doch weiß ich jetzt, wurd‘ gleich ersetzt
und hab alleine Trän‘ vergossen.

Hält er dich warm in seinem Arm,
lässt er dein Herz in Höhen steigen,
im Tanz vereint in Glück, so scheint
dein helles Licht in frohem Reigen.

Von mir gedacht, hat’s mir gebracht
nur großes Leid und Qual und Peine,
er hebt dich fort und klafft nun dort
die Wund‘, ich bin und bleib alleine.

Sonntag, 26. Mai 2019

Leid

Ein reißen und beißen, es bricht mir die Seele,
es brennt und zertrennt, ist ein Wissen das quäle,
geschaffen zur Folter, verübt um zu leiden,
ich dachte es mir und die Worte sie schneiden
in Streifen in Würfel, vom Stück noch in Scheiben,
wo glücke verschleißen und bleibt mir nur Schreiben.

Es würgt und verwirrt, es vernichtet die Erde,
verbrannt und verkannt, doch erkannt dass ich sterbe
Verlust und Verlangen vergangen verlacht
und die Nacht hat in Schmerzen noch Feuer gebracht.

Sei verdammt in die Fluten die Guten sie gingen
verfingen, verschwunden, erstickt an den Wunden,
die Zeiten sie ließen die Ewigkeit geh‘n
und die Einsamkeit mitten des Lebens entsteh‘n.

Oh, Klinge, was klingst du in meinen Venen wieder,
du rufst mich wie früher und ich spür dich bohren,
doch Vernunft und Erfahrung, die ich damals nicht hatte,
helfen und wahren und halten die Ohren.

Doch mir wird schlecht, und ein Zittern in all meinen Gliedern,
Gedanken noch schwanken von Träumen und blanken
Ängsten, so bleckend mit klauen voll Blut,
sind bereit um zu weiden und reißen mit Wut.

Wieso frag‘, wieso wollt‘, wieso musst‘ ich es wissen,
zuvor war ich rastlos, doch jetzt glatt zerrissen
und die duzenden Hände, sie häuten mich ab,
während hunderte Zähne die Knochen benagt
und vom eigenen Geiste zum Töten kreiert,
wird mit tausenden Nadeln ein Gift injiziert
in den Körper, der wünschte es wäre vollbracht,
doch der Tod schaut von fern und kommt nicht über Nacht.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Verloren in der Zeit

Die Kerze brennt und flackernd glimmt
ein Geisterlicht das Leben nimmt.
Es wirkt so fern und scheint die Flamm'
so kalt und dunkel, blass und klamm,
dem Grablicht gleich, ein letzter Gruß
vom Tod, der zieht am zweiten Fuß.

Die Stele knarrt und modrig blickt
das Holz, in das der Tanz mich schickt
und so hinabgesenkt ins Reich
der Düsternis als knochenbleich
lieg ich, die glitzernd' Feuerblüten,
die noch Geist und Leben hüten,
haltend, als mein letztes Licht,
das grässlich dunkle Schleier bricht.

Ach, jedes Jahr verwelkt, verwehte,
stürzte sich in nasse Lethe,
weit vor ihrer Zeit verloren,
Knospe, nie zum Glanz erkoren,
trank, versank und trieb davon
für immerdar nach Avalon.

Donnerstag, 2. Mai 2019

Wer wenn nicht wir

Wogende Wellen werfen wieder wütende Wasser
wo wirres Wissen wertende Wunden wälzt.
Weiter wehrlos ward Werkzeug 'wetzt,
weidet Wirt wachsam 
was wuchs 
wie wunder-, wie würdevoll weit.
Wahnsinnig, wahllos. Während wir Wälle wirken,
Wände warten, Worte wählen, wittern wir Wut.
Wer wusste woher wüste Winde wehen würden
wenn Wetter war weiterhin warm?
Wer wanderte wartend weiter?
Wer wollte werden was wurde?
Wer wähnte wie Weltenwurzeln wuchsen,
wühlten, wanden, welkten, wankten, Wüsten wurden?

Samstag, 27. April 2019

Kalte Feuer sind tief

Unbarmherzige Leere in einem Meer aus Zwängen und Wünschen.
Die Arbeit erdrückend und nüchtern stellt sich die Erkenntnis ein,
ich bin ganz allein.

Hände zerrissen im Handwerk, dessen ich wahrlich kein Meister bin,
auf dass es zeitweilige Zuflucht aus der rastlosen Ewigkeit sei,
das Projekt vorbei.

Die Heizung ist an und heizt nicht, denn die Sonne scheint in mein Zimmer,
zwanzig Grad und mehr, draußen Mensch und Tier frühlingshaft schallt,
doch mir ist kalt.

Plötzlich ein Gellen als qualmende Wellen von rußendem Rauche
den Türspalt durchdringen, die Brandmelder singen voll Klage von Leid,
welch‘ Grausamkeit.

Ich lächle, verstehe und sehe die Flammen,
sie sprangen von Wänden zur Decke und hangen
mit rauchenden Mäulern und Händen wie Zangen
ergriffen die Dielen mit glühenden Wangen,
zerbrachen, zerteilten und hoben
ein finsteres Loch wo einst Boden
und zogen mich mit ihnen tief
in die Einsamkeit, die mich rief.

Mittwoch, 17. April 2019

Stimmen in der Nacht

Wenn die Wünsche, verschobene Träume, vor Jahren in Ketten gelegt
nun erneut Ihre Flügel entfalten, als Freiheit die Fesseln zerschlägt,
werden Wunden wie wildestes Wasser, das Schluchten in Felsen sich gräbt,
in die Seele, den Körper geschnitten, der trotz des Verlustes noch lebt.

Vielleicht kann ich nicht mehr nach vorne, vielleicht gibt es längst kein zurück,
stumm umklammere ich meine Beine in Sehnsucht nach Nähe und Glück
jener Tage, die damals gemeinsam - zuletzt noch zusammen beweint -
wir verbrachten in Liebe und Freude, in Zuversicht einstmals vereint.

Vergeblich Versuch ich zu lassen, ein Hoffen, dass mir genug Zeit
die Erlösung weit fort jener Grenze von diesen zwei Welten bereit'.
Und die Stille, die sich um mich faltet, verhüllt mich in kälteste Nacht,
die mit ihren verderbenden Schwingen den Zweifel ins Zimmer gebracht.

Doch ich will nicht, erwehre mich gegen Gedanken und kämpfe und lehne
mich auf gegen Trauer und Schmerz, unterdrücke gekonnt eine Träne,
die spräche von all den Gefühlen. Ich leg mich zur Ruhe allein.
Hör' die Stimmen vom Kissen her flüstern... und die Dunkelheit holt mich ein.

Samstag, 14. Februar 2015

Zwei

Wo die Wellen rauschen,
Wo die Möwe singt,
Wo Salz die Luft 
und nass das Meer 
den Sand durchdringt

Will ich immer liegen,
will ich ewig sein,
will halten dich
und freue mich,
denn du bist mein. 

Wenn der Tag verschattet,
wenn das Licht versteckt,
wenn so die Nacht
ganz leise sacht
uns zugedeckt,

dann sind Welten zeitlos 
dann sind wir, du weißt,
dann sind du und ich
und ich und du,
wie meist,

Eins. 

© M. Reinhart 2015

Freitag, 8. August 2014

Nichts überstürzen

Lieber bleibe ich alleine
für den Augenblick im hier,
mit der Chance, dass du und ich,
dann einst das wir, mit dir und mir.

Lieber warte ich ein Leben,
wenn auch Zeit mir so verrinnt,
als dass ich diese Chance versäume
und die Träume Schäume sind.

Lieber lass‘ ich dir die Ruhe,
denn ich weiß ich habe Zeit,
als dass wir am Ende merken
es war gut, doch wir noch nicht bereit.

© M. Reinhart 2014

Montag, 21. Juli 2014

Drei Schritt zu weit

Hinter dir die kalte Mauer, die den Ausweg dir versperrt,
mit mir als Grund warum du flüchtest, sah ich in der Tat verzerrt,
als du mich streichelst und mich kraulst hab ich nicht den Verstand verlor’n,
ich wusste nicht, dass es dich drängt, ich dachte es wär‘ selbst beschwor’n.
Drei Schritt zu weit, und hinter dir da war die Mauer nur ein Schritt,
und du wolltest aber konntest nicht mehr weg und machtest mit…

Ich dachte es ist beider Seiten, hab die Zeichen falsch geseh’n,
ich seh‘ jetzt klar, ich hab gefehlt und spüre Freundschaft stumm vergeh’n.
Meine Schuld, es war nicht einfach, doch ich wünscht‘ ich hätt’s bemerkt,
und nicht die Zweifel und die Ängste tief in dir auch noch bestärkt.
Wollte keinen Schritt je nehmen, der dir Raum für Flügel nimmt,
will nun keinen Schritt mehr geh‘n, da sie enttäuscht gebrochen sind.

Und gehst du jetzt? Ist dies das Ende? Du bedeutest mir sehr viel.
Es bleibt dabei, es ist und war für mich noch nie ein kaltes Spiel.
Das weißt du auch. Ich mag nicht fragen, Angst ich zwing‘ dich so zu geh’n,
doch stehe hier so ungewiss, mit Furcht dich nie wieder zu seh‘n.

© M. Reinhart 2014

Dienstag, 15. Juli 2014

Tausendfüßler

Lass die Wörter von der Leine,
schwarzer Körper, hundert Beine,
Zähne bleckt aus Furcht und Hader,
ist versteckt tief im Salbader,
prahlt mit Glück, geht still sich kauern
mit dem Rücken zu den Mauern,
blickt umher aus roten Augen,
frisst und zehrt an meinem Glauben,
blind vor Tränen, will ein Leben
wie die Schwäne mit ihr leben,
hat sie nur noch nicht gefunden,
doch die Spur aus seinen Wunden,
kriecht der Tausendfüßler beißend,
mit den Klauen Fleisch zerreißend,
übers Bein bis auf die Rippen,
schlägt allein sich rein in Mitten
meiner Brust bis hin zum Herzen
spüre Frust tief in mir schmerzen,
und es pocht als er mein Herz durchdringt,
drei Schläge lang, bis es zerspringt…

© M. Reinhart 2014

Freitag, 11. Juli 2014

Unausweichlich

Wieder Nacht, wieder kalt,
grauer Schnee auf Asphalt.
Trüb im Dunst macht er halt
als das Bahnsignal schallt.

Schwaches Licht, Zug ist alt,
Wind durchpfeift jeden Spalt,
doch fährt stetig, es hallt
sein Gestampfe im Wald.

Jener Mann sieht in bald,
beide Fäuste geballt.
Was ihm gestern noch galt,
trat man tot mit Gewalt.

Unter ihm der Basalt
knirscht als er sich verkrallt.
Bremsen kreischen, es knallt
als der Zug endlich auf ihn prallt.

© M. Reinhart 2014

Donnerstag, 10. Juli 2014

Was willst du?

Sprich doch, sprich doch, sag mir alles,
schau mich an und ich bleib still,
weil ich dir deine Lasten nehmen
und nicht meine geben will.

Das beißende schlechte Gewissen
schnappt nach meinen kleinen Händen,
die sich, halb noch widerwillig,
deinen glühend‘ Wangen zuwenden.
Deine Lippen ziert ein Schmunzeln,
deine Augen seh‘ ich lachen,
doch: zurückgedrängte Tränen
sind‘s, die sie so funkelnd machen
.

Wie und wo siehst du hier Tränen?
Nichts gibt mir den Grund dazu,
denn hier bin ich, das Herz schlägt sachte,
und so nah bei mir bist du.

Ehrlichkeit, sagst du, ist wichtig,
trotzdem lügst‘ mir ins Gesicht.
„Alles gut!“, hör ich dich schreien,
doch hör‘ auch, wie dein Herz zerbricht.
Nichts ist „gut“; „gut“ wird’s nie sein –
nicht hier und jetzt, nicht du und ich.
Doch weiß ich vielleicht, was du meinst:
Das „Gute“ wollen wir beide nicht.

In hundert traurigen Gedichten
hast das Unglück du beweint,
das dich so oft und ohne Nachsicht
in der Liebe hat ereilt.
Und doch: Nun bist du wieder hier,
die Sackgasse als Heim erwählt.
Im Unglück fühlst du dich zuhause;
Du fühlst dich leer, wenn dich nichts quält.

Deshalb sind wir hier zusammen:
Lieber Leid, als nichts zu fühlen.
Lieber ausweglose Liebe
als vollständig auszukühlen.

Und wie praktisch sind die Schmerzen!
Strafen uns direkt dafür:
für die unmoralisch‘ Herzen –
und geläutert küssen wir.

Erklär‘ mir nicht mein Déjà-vu,
das ist mir eigens längst bekannt,
was willst du jetzt, hier: meine Finger,
ich hab sie mir zuvor verbrannt,
und sehr wohl, ja, es ist mir klar,
doch Hoffnung ist so wunderbar,
was willst du jetzt, nachdem was war,
wir küssten uns, du warst mir nah‘,
und nun, nun gehst du einfach fort?...
Oder missverstehe ich dein Wort?

Du leidest wenn du bei mir bist?
Du weißt, dass mich das tödlich trifft.
Trotz Gewissen ich hingegen,
möchte mich stets zu dir legen,
nicht in Leid, welch' Seitenhiebe.
Wenn dann wäre es in Liebe...

kursive Strophen © Anonymer Autor
restliche Strophen © M. Reinhart 2014

Samstag, 28. Juni 2014

Wie im Leben

Es schwirren um mich Menschenmassen,
störend laut und nicht zu fassen,
sprechen mir in ihrer Hetze
tristeste Genesungssätze,
und ich sitze stumm, beginne
zu erkenn‘, es hält nichts inne.
Werd‘ verdrängt und nicht beachtet,
selbst erhängt, dafür verachtet,
wiegt der Wind leicht meine Beine,
bleib ich noch im Tod alleine…

© M. Reinhart 2014

Sonntag, 15. Juni 2014

Déjà-vu

Ich bin Kraftlos.
Doch meine Gedanken reden mich gegen die Wand.
Bitte bringe sie zum Schweigen
und vielleicht bin ich dann bald
in deiner Kälte verbrannt.

Ich war hier zuvor.
And‘rer Name, and‘re Lage, stehe stumm und schau zu.
Ich wollt‘ dich nicht verlieren!
Aber so weit weg warst nur du.

Und du wählst den Weg,
damals wie heute ein
Gefängnis der Seele im Wandel, dem gewohnten,
Freundschaft im Verborgenen, nicht ganz,
ein wenig weniger ist mehr, weil wir Grenzen verschonten.

Einst gewusst,
doch
längst vergessen und verdrängt,
mein Verdruss,
ein Lächeln längst verschenkt.

Zu schwach verliebt,
so war das Ende unser Dinge und es war
mein Teil am Glück.
Doch mit
Sehnsucht aus der Ferne
kam der Friede lange Zeiten nicht zurück.

Ich hatt‘ für meine
Liebe Lüge leben müssen und es hat mich sehr erbost,
kein Glauben schenkten mir die Leute,
und ich Tölpel blieb auch noch…
vergessenslos

Es ging sehr lange so.
Ach,
Mach ruhig, passt schon! Solange mir von dir nichts bliebe!
Ich und du, wir, werd‘ vergessen,
so er dacht’ und irgendwann war es
ein Jahr nach Liebe.

Von Verdrängung nach Hause,
Noch immer nicht. Immer noch etwas von dir.
Und jetzt bin ich verwirrt,
alles anders, nicht du sondern du, nur bitte,
bleib doch du bei mir

© M. Reinhart 2014

Dienstag, 27. Mai 2014

Bitte zögre nicht

Bring mir die Stille,
die endlos und ehrlich.
Leg mich ins Dunkel,
das bodenlos, herrlich.
Gib mir das Ende,
den Todesstoß, gänzlich.
Zögre nicht, gönn’s mir.
Mein Leben ist endlich.

© M. Reinhart 2014

Donnerstag, 22. Mai 2014

Ein blindes Herz

Ich wusste nicht erst als du gingst, dass ich dich liebe.
Wusste nicht erst als du gingst, dass ich etwas verliere.
Wusste nicht erst als du gingst, dass’s mich schon lange quälte.
Wusste nicht erst als du gingst, dass mir jetzt etwas fehlte.
Wusste nicht erst als du gingst, dass hätte ich beschwört,
dass diese Zeit der Zweisamkeit mich nach und nach zerstört.

Ich sah es klar, der Tag rückt nah, mein Geist hat es erschlossen,
doch mein Herz hat liebesblind Geborgenheit genossen.
Wir in Trän‘, war abzuseh‘n, kein Stopp aus voller Fahrt,
nur wie tief der Schnitt verlief, hatt‘ ich noch nicht gewahrt.

© M. Reinhart 2014

Dienstag, 20. Mai 2014

Ein letzter Traum

Letztens war in einem kalten Traum,
wo niemand mir zu meiner Seite stand,
nur ich allein im trüben Dämmern kaum,
die Zeit verschenkt, die mich ans Leben band.

Lag allein im Dunkeln, wach im Schlaf,
nie Ruhe und Genesen, stets im Lauf,
nur ich allein im trüben Dämmern traf
für mich Entscheidung „wache auf!“.

Muss es böses Träumen ohne Rast
wohl sein, ein letzter Hauch der einsam schwer,
nur ich allein im trüben Dämmern fast,
mich längst in Depression gebracht, nicht mehr.

Ja, nichts weiter, das es ist, nun schau!
Dumpf gedämpft das Morgenlicht im Staub,
nur ich allein im trüben Dämmern, grau
sind Mauern, um mich her ist welkes Laub.

Bin nicht klar, das soll es sein, nein, Traum!
Es ist der Traum der mich gefangen nahm,
liege stumm mit Blick zum Totenbaum,
ach, Tod, der unlängst früh mich holen kam.

Wirbelwind, der braune Blätter mit
der Leichtigkeit verweht, wie Staub und Sand,
Gevatter Tod, der mir den Holzsarg schnitt,
und Mutter Erde, die mir letztlich reicht die Hand.

Dann ein Licht, die warme Sonn‘ in Pracht
erfüllt den Platz, erhellt mein kaltes Grab,
spielend ziehen Wolken fliehend ihrer Macht,
wo blauer Himmel Träumen Räume gab.

Hier werd‘ ich nun bleiben immerdar,
geborgen hält mich, wie ganz sanft bedacht,
der hölzern‘ Sarg und droben hält die Schar
aus Sonne, Mond und Sternen für mich Wacht.

Oh, wohin bin ich denn jetzt erwacht?
Es klamm und kalt bedrängt mich mein
die Daunendecke, um mich dunkle Nacht,
noch nicht ein Stern und auch kein Mondenschein.

Keine warmen Arme die mich lieblich
halten in dem Schreck der Einsamkeit,
nicht wie im Traum, im Leben suche ich vergeblich,
er zeigt den Weg, ich muss nun geh’n,
mein Traum, er werde Wirklichkeit!

© M. Reinhart 2014