Sonntag, 16. Dezember 2007

Die schwarze Blume

Vor meinem Fenster
da steht sie stumm,
eine schwarze Blume,
der Wind macht sie krumm.

Am Tage geschlossen,
Nachts reckt sie empor,
das Köpflein gen Mond,
dem Treue sie schwor.

Sie hat keine Geschichte,
sie war plötzlich da,
warum ist sie ganz schwarz?
Ob sie anders mal war?

Keiner weiß um dieses Pflänzchen,
ob es gut, ob´s böse ist.
Ob´s an Erd' und Wasser nährt,
oder ob es Fliegen frisst.

Am Tage nicht da,
also sitze ich Nachts,
und rede mit ihr,
hinterm Rücken da lacht´s.

Was der Blume widerfuhr,
interessiert euch nicht,
wie lange sie schon wächst,
warum sie meidet das Licht.

Mich aber schon,
also lasst mich doch sein,
bei ihr Tag und Nacht,
ach lasst mich allein!

Lacht ihr nur,
es ist mir egal,
was ihr denkt,
was ihr achtet,
was euch lenkt,
was betrachtet.

Lasst mich sein wie ich sei,
lasst mich sein was ich bin,
und die Blume ebenso!
Es macht für euch nur keinen Sinn… Für mich aber!

© M. Reinhart 2007

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