Mittwoch, 9. Januar 2008

Der letzte Abend

Windig und kalt,
Feuerschein erhellt den Kreis,
man starrt in die Glut,
sie knistert ganz leis.

Kratzendes Schürfen,
Stein auf Metall,
jemand schleift sein Schwert,
nur für den Fall.

Einer holt die alte Klampfe,
schlägt die leicht verstimmten Seiten,
einer trommelt auf seim' Schilde,
Morgen werden wir schon reiten.

Trotzig singen wir die Lieder,
jeder in die Runde schaut,
jeder zuversichtlich lächelt,
doch vor dem Morgen Angst uns graut.

Als wir uns zu Bett begeben,
sehnet jeder sich weit fort,
keiner kann so richtig schlafen,
doch keiner noch verliert ein Wort.

Morgen früh bei erstem Lichte,
werden wir gen Norden zieh´n,
hoffen das wir nicht entdeckt,
hoffen das die Feinde flieh´n.

Doch eigentlich ist jedem klar,
morgen früh ist letzte Zeit,
Morgen kommt der Tod uns holen,
Morgen – ganz egal wie weit...

Und in der Stille jeder betet,
für dem Frieden, nicht den Krieg,
wünschte das er längst vorbei,
wenn er denn auch ohne Sieg.

Nur das Leben würd' genügen,
das man endlich kann nach Haus,
das man nach so langer Zeit,
kann aus der schweren Rüstung raus.

Doch am Morgen Waffen klingen,
Pfeile surren, Schmerzensschrei,
zu Tode getroffen sinken sie hin,
endlich erlöst, denn jetzt sind sie frei...

© M. Reinhart 2008

Samstag, 5. Januar 2008

Die Fluten

Wogende Wellen in mir,
Wasser bis zum Hals mir reicht,
spült mich von innen her aus,
nur die Hülle bleibt, doch sie zerbricht ganz leicht.


Die tobenden Fluten kochen,
durch mich selbst entflammten Hass,
reißen die Dämme nieder die versuchten zu schützen,
und mein Herz weint ohne Unterlass.


Die Dämme zerstört,
durch eigene Kraft,
was ich nicht mehr kann,
ich hab´s nicht geschafft.


Nun ergießen sich Fluten,
Fluten so rot,
Fluten so warm,
und ich spüre den Tod.

© M. Reinhart 2008

Freitag, 4. Januar 2008

Keine Liebe

Ich hab die Liebe verbannt,
doch jetzt hab ich erkannt,
ohne Liebe sein Leben zu leben,
ist nun wirklich nicht zu bestreben.

Doch nun ist sie fort,
tief an einem Ort,
ihn meiner Seele verborgen,
sie nicht zu finden bringt Sorgen.

Ich wusste es nie,
doch jetzt weiß ich wie,
weiß ich warum,
mein Herz ist so stumm.

Unbewusst verbiete ich,
zu bemerken das ich liebe dich.
Ich fürchte mich erneut verletzt,
was mich sehr in Angst versetzt.

Und diese kalte Angst sie drückt,
mein Herz in meine Brust zurück.
Das auch noch mit so viel Schwung,
des es gleich entzwei gesprung'.

So stehe ich vor dir,
und schaue dich an,
möchte dich lieben,
auch wenn ich nicht kann...

© M. Reinhart 2008

Ich verstehe nicht

Ich verstehe die Welt nicht,
die Natur schreit ohne Worte,
doch mit durchdringendem Ton.
Ich höre sie nicht – und bin doch nicht taub?

Ich verstehe die Welt nicht,
Wut, Zweifel, Zerstörung und Hass,
verwüsten nur und schaffen nichts,
doch ich sehe es nicht – und bin doch nicht blind?

Ich verstehe die Welt nicht,
ich sehe das Leid, Tag für Tag,
immer da und wenn doch nicht hier,
doch es kümmert mich nicht – und ich bin doch nicht gefühllos?

© M. Reinhart 2008

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Die Seinen

Unbeschreiblich' Ungeheuer,
mächtig', mordend' Monster,
ziehen durch das Land.

Fürchterlich Stampfen,
dunkel, düster, drohend,
ohne widerstand.

Ruhmreiche Recken,
fliehen, fürchtend fort,
denn Stykar ist dort.

Und mit ihm Höllenhunde,
laut lachend, lechzend,
und nach Blut krächzend.

Zu ihrer Seite untote Krieger,
geächtet, gefoltert, gefallen,
einst getötet durch Stykars Krallen.

Die Glocke schellt, Krieger stürmen vor,
schreiend, schreitend, schneidend,
bald sah man Stykar an ihrem Fleisch sich weidend...

Doch da rote Ritter aus den Wolken,
stürmen, stoßen, schlagen,
die Bestien um Kopf und Kragen.

Und auf ihren Helmen strahlte sein Wappen,
es waren seine Krieger, seine Knappen,
es waren die seinen, rot sie trugen,
Zandragal´s, die die Dunkelheit schlugen.

© M. Reinhart 2007