Montag, 7. Dezember 2009

Es ist vorbei…

Ich seh' den Jungen ohne Schrei,
das Leben lässt von dannen zieh'n
er sinkt zum Grund, er scheint so frei,
ach, gottverdammt – ich kannte ihn.

"Mir war das Leben eine Qual",
so sprach er und umarmte mich,
"du lebe fort, ich geh' dann mal",
bevor er ging bedankt er sich.

Nur ein paar Schritte, dann war Schluss,
er strauchelt kurz dann sinkt er hin,
in meinen Ohren dröhnt ein Schuss,
Oh Himmel, wie entsetzt ich bin.

Die Kugel in den Kopf platziert,
sein Leben ist sofort entfloh'n,
das Blut so rot, das er verliert,
ich hoffe noch, doch weiß es schon.

Ich stürz' zu ihm, dreh ihn herum,
die Augen starren fahl und leer,
ich frage mich erst jetzt "warum?
war es denn wirklich sein begehr?".

Hat er denn nichts auf das er baut,
nein, viel mehr baute denn zu spät,
sein Leben aus, noch warm die Haut,
er sagt kein Wort das es verrät.

Doch keine Wahl er selber schuf,
die Angst der er erlegen ist,
nun weit verhallt mein Klageruf,
du greifbar nah' verstorben bist.

Es vielerlei Verbrecher gibt,
beendet manches Leben gar,
ein jeder Mensch wird doch geliebt,
wenn auch er selbst ein Täter war.

Ich sah' den Jungen ohne Schrei,
das Leben ließ von dannen zieh'n
er sank zum Grund, war Vogelfrei,
ich hab's getan, ich schoss auf ihn…

© M. Reinhart 2009

My Grave

A sense, no way to hide,
The light denied my pride,
I cried and oh I lied,
Beside it wasn´t right.

I wish I lost my mind,
I wish I saw the light,
The book – the broken spine,
The sun – a burning sign.

A choice is not available,
the voice was so reliable,
but dug my grave,
it´s moist and not deniable.

© M. Reinhart 2009

Sonntag, 22. November 2009

Lebenstag der Liebe

Leis' rauscht der Wald,
leicht weht der Wind,
sanft wie die Mutter
zum Schlaf wiegt ihr Kind.

Grün steht der Halm,
schön blüht der Mohn,
rot wie die Glut,
unsrer Liebe zum Lohn.

Stehst wie im Traum,
vor mir im Licht,
klar wie Kristall,
der den Sonnenstrahl bricht.

Strahlend Gestalt,
süßester Duft,
tausend Gedanken,
wie Staub in der Luft.

Fliegen davon,
leicht weht der Wind,
steigen zum Himmel,
der Zweifel verrinnt.

Frühling, er kommt,
leuchtend der März,
hältst meine Hand,
wie als hältst du mein Herz.

Kommst mir so nah',
auch wenn du nicht musst,
ich spür' deinen Herzschlag
bei mir in der Brust.

Wogende Flut,
am Meer der Zeit,
das Schiff teilt die Wellen,
wie Liebe das Leid.

Segeltuch spannt,
leicht weht der Wind,
stetig Bewegung,
wo immer wir sind.

Leg dich zu mir,
lang war der Tag,
ändert es nichts daran,
wie ich dich mag.

Sonne versinkt,
das Licht verblasst,
tragen die Winde,
die Ängste, die Last.

Sind schon so alt,
es komme die Nacht,
haben das Leben
zusammen verbracht.

Haben gewagt,
haben geliebt,
nur unser Körper
dem Erdboden blieb.

Leis' rauscht der Wald,
leicht weht der Wind,
sanft wie die Mutter
zum Schlaf wiegt ihr Kind.

© M. Reinhart 2009

Sonntag, 15. November 2009

Kraftlos

Schwäche senkt sich auf mein Haupt,
mein Körper fühlt so schwer,
mir ist als wär' mein Haar ergraut,
mein Herz, es ist so leer.

Angst erfüllt die Seele mein,
mein Atem panisch-flach,
der Verstand stellt mir ein Bein,
doch werde ich nicht wach.

Falle hin – mich keiner hält,
stürze aus der Welt,
Todes Uhr sie abwärts zählt,
mein Geist hat mich geprellt.

Schleppe mich und träume fort,
Staub füllt meine Lungen,
bin die Pflanze die verdorrt,
der Tod hat mich durchdrungen.

© M. Reinhart 2009

Mittwoch, 16. September 2009

Die Nacht

Trägt das Dunkel seinen Schatten,
liegt der lichte Tag versteckt,
beginnt der Lärm dann zu ermatten,
ist die Nacht einfach perfekt.

Selbst des Regens leichter Schauer,
der die stille Nacht besucht,
ist ein Segen, keine Trauer,
wie ein Baum mit seiner Frucht.

Rauscht der Wind mit seinen Schwingen,
wie ein Vogel frei und sacht,
wird das Leben erst beginnen,
und das Herz vor Freude lacht.

Sie ist still, beruhigt, belebt,
spricht kein Wort, doch ist erwacht,
hat die Fäden längst verwebt,
schön ist sie die klare Nacht.

© M. Reinhart 2009