Samstag, 14. Februar 2015

Zwei

Wo die Wellen rauschen,
Wo die Möwe singt,
Wo Salz die Luft 
und nass das Meer 
den Sand durchdringt

Will ich immer liegen,
will ich ewig sein,
will halten dich
und freue mich,
denn du bist mein. 

Wenn der Tag verschattet,
wenn das Licht versteckt,
wenn so die Nacht
ganz leise sacht
uns zugedeckt,

dann sind Welten zeitlos 
dann sind wir, du weißt,
dann sind du und ich
und ich und du,
wie meist,

Eins. 

© M. Reinhart 2015

Freitag, 8. August 2014

Nichts überstürzen

Lieber bleibe ich alleine
für den Augenblick im hier,
mit der Chance, dass du und ich,
dann einst das wir, mit dir und mir.

Lieber warte ich ein Leben,
wenn auch Zeit mir so verrinnt,
als dass ich diese Chance versäume
und die Träume Schäume sind.

Lieber lass‘ ich dir die Ruhe,
denn ich weiß ich habe Zeit,
als dass wir am Ende merken
es war gut, doch wir noch nicht bereit.

© M. Reinhart 2014

Montag, 21. Juli 2014

Drei Schritt zu weit

Hinter dir die kalte Mauer, die den Ausweg dir versperrt,
mit mir als Grund warum du flüchtest, sah ich in der Tat verzerrt,
als du mich streichelst und mich kraulst hab ich nicht den Verstand verlor’n,
ich wusste nicht, dass es dich drängt, ich dachte es wär‘ selbst beschwor’n.
Drei Schritt zu weit, und hinter dir da war die Mauer nur ein Schritt,
und du wolltest aber konntest nicht mehr weg und machtest mit…

Ich dachte es ist beider Seiten, hab die Zeichen falsch geseh’n,
ich seh‘ jetzt klar, ich hab gefehlt und spüre Freundschaft stumm vergeh’n.
Meine Schuld, es war nicht einfach, doch ich wünscht‘ ich hätt’s bemerkt,
und nicht die Zweifel und die Ängste tief in dir auch noch bestärkt.
Wollte keinen Schritt je nehmen, der dir Raum für Flügel nimmt,
will nun keinen Schritt mehr geh‘n, da sie enttäuscht gebrochen sind.

Und gehst du jetzt? Ist dies das Ende? Du bedeutest mir sehr viel.
Es bleibt dabei, es ist und war für mich noch nie ein kaltes Spiel.
Das weißt du auch. Ich mag nicht fragen, Angst ich zwing‘ dich so zu geh’n,
doch stehe hier so ungewiss, mit Furcht dich nie wieder zu seh‘n.

© M. Reinhart 2014

Dienstag, 15. Juli 2014

Tausendfüßler

Lass die Wörter von der Leine,
schwarzer Körper, hundert Beine,
Zähne bleckt aus Furcht und Hader,
ist versteckt tief im Salbader,
prahlt mit Glück, geht still sich kauern
mit dem Rücken zu den Mauern,
blickt umher aus roten Augen,
frisst und zehrt an meinem Glauben,
blind vor Tränen, will ein Leben
wie die Schwäne mit ihr leben,
hat sie nur noch nicht gefunden,
doch die Spur aus seinen Wunden,
kriecht der Tausendfüßler beißend,
mit den Klauen Fleisch zerreißend,
übers Bein bis auf die Rippen,
schlägt allein sich rein in Mitten
meiner Brust bis hin zum Herzen
spüre Frust tief in mir schmerzen,
und es pocht als er mein Herz durchdringt,
drei Schläge lang, bis es zerspringt…

© M. Reinhart 2014

Freitag, 11. Juli 2014

Unausweichlich

Wieder Nacht, wieder kalt,
grauer Schnee auf Asphalt.
Trüb im Dunst macht er halt
als das Bahnsignal schallt.

Schwaches Licht, Zug ist alt,
Wind durchpfeift jeden Spalt,
doch fährt stetig, es hallt
sein Gestampfe im Wald.

Jener Mann sieht in bald,
beide Fäuste geballt.
Was ihm gestern noch galt,
trat man tot mit Gewalt.

Unter ihm der Basalt
knirscht als er sich verkrallt.
Bremsen kreischen, es knallt
als der Zug endlich auf ihn prallt.

© M. Reinhart 2014