Dienstag, 23. März 2010

Das Gefängnis der Seele

Tote Leiber im Verwesen,
schwängern warme, feuchte Luft,
Tod ist längst schon hier gewesen,
jetzt bleibt nur der Moderduft.

Rott, verfallen im Vergessen,
liegen Körper irgendwo,
Särge wurden nie vermessen,
starben einst im Nirgendwo.

Ohne Licht und Hoffnungsschimmer,
keiner kam zum Sterben her,
kalte Blicken werden schlimmer,
Augenhöhlen starren leer.

Bis die Zeit die Leichen frisst,
liegen sie im Sumpf der Welt,
bis dann nichts mehr übrig ist,
und die Seele nichts mehr hält.

© M. Reinhart 2010

Montag, 4. Januar 2010

Sinnlose Liebe

Was passiert wenn du verloren,
liebst die eine – nie geboren,
warum hast du sie erkoren?
Bleib allein, das Herz erfroren.

Nur mit deinem eig'nen Geist
kannst du teilen, wie du weißt,
der Gedank' an sie zerreißt,
deine Bahn – der Zug entgleist.

Erzähl es nicht, sie werden lachen,
werden Witze drüber machen,
und von nun an wirst du wachen,
das deine bleiben deine Sachen.

Dein Herz trägt schon genug der Last,
springt es dir vor Sehnsucht fast,
stürze nicht in wilder Hast,
sonder warte ab und rast'.

Liebe kann auch schnell vergeh'n,
lässt sie dich im Leben steh'n,
deine Welt sich weiter dreh'n
und den frischen Wind erweh'n.

Sie war nie Realität,
bemerktest es da war's zu spät,
wenn auch dein Herz im Dunkeln steht,
dein Verstand, ins Licht er geht.

Zieh dein Herz aus diesem Tal,
begrabe Lieb', beende Qual,
vergesse die dein Herz dir stahl,
hör auf zu träumen – wiedermal.

© M. Reinhart 2010

Montag, 7. Dezember 2009

Es ist vorbei…

Ich seh' den Jungen ohne Schrei,
das Leben lässt von dannen zieh'n
er sinkt zum Grund, er scheint so frei,
ach, gottverdammt – ich kannte ihn.

"Mir war das Leben eine Qual",
so sprach er und umarmte mich,
"du lebe fort, ich geh' dann mal",
bevor er ging bedankt er sich.

Nur ein paar Schritte, dann war Schluss,
er strauchelt kurz dann sinkt er hin,
in meinen Ohren dröhnt ein Schuss,
Oh Himmel, wie entsetzt ich bin.

Die Kugel in den Kopf platziert,
sein Leben ist sofort entfloh'n,
das Blut so rot, das er verliert,
ich hoffe noch, doch weiß es schon.

Ich stürz' zu ihm, dreh ihn herum,
die Augen starren fahl und leer,
ich frage mich erst jetzt "warum?
war es denn wirklich sein begehr?".

Hat er denn nichts auf das er baut,
nein, viel mehr baute denn zu spät,
sein Leben aus, noch warm die Haut,
er sagt kein Wort das es verrät.

Doch keine Wahl er selber schuf,
die Angst der er erlegen ist,
nun weit verhallt mein Klageruf,
du greifbar nah' verstorben bist.

Es vielerlei Verbrecher gibt,
beendet manches Leben gar,
ein jeder Mensch wird doch geliebt,
wenn auch er selbst ein Täter war.

Ich sah' den Jungen ohne Schrei,
das Leben ließ von dannen zieh'n
er sank zum Grund, war Vogelfrei,
ich hab's getan, ich schoss auf ihn…

© M. Reinhart 2009

My Grave

A sense, no way to hide,
The light denied my pride,
I cried and oh I lied,
Beside it wasn´t right.

I wish I lost my mind,
I wish I saw the light,
The book – the broken spine,
The sun – a burning sign.

A choice is not available,
the voice was so reliable,
but dug my grave,
it´s moist and not deniable.

© M. Reinhart 2009

Sonntag, 22. November 2009

Lebenstag der Liebe

Leis' rauscht der Wald,
leicht weht der Wind,
sanft wie die Mutter
zum Schlaf wiegt ihr Kind.

Grün steht der Halm,
schön blüht der Mohn,
rot wie die Glut,
unsrer Liebe zum Lohn.

Stehst wie im Traum,
vor mir im Licht,
klar wie Kristall,
der den Sonnenstrahl bricht.

Strahlend Gestalt,
süßester Duft,
tausend Gedanken,
wie Staub in der Luft.

Fliegen davon,
leicht weht der Wind,
steigen zum Himmel,
der Zweifel verrinnt.

Frühling, er kommt,
leuchtend der März,
hältst meine Hand,
wie als hältst du mein Herz.

Kommst mir so nah',
auch wenn du nicht musst,
ich spür' deinen Herzschlag
bei mir in der Brust.

Wogende Flut,
am Meer der Zeit,
das Schiff teilt die Wellen,
wie Liebe das Leid.

Segeltuch spannt,
leicht weht der Wind,
stetig Bewegung,
wo immer wir sind.

Leg dich zu mir,
lang war der Tag,
ändert es nichts daran,
wie ich dich mag.

Sonne versinkt,
das Licht verblasst,
tragen die Winde,
die Ängste, die Last.

Sind schon so alt,
es komme die Nacht,
haben das Leben
zusammen verbracht.

Haben gewagt,
haben geliebt,
nur unser Körper
dem Erdboden blieb.

Leis' rauscht der Wald,
leicht weht der Wind,
sanft wie die Mutter
zum Schlaf wiegt ihr Kind.

© M. Reinhart 2009